Wer von Euch fährt ein Elektroauto oder ist schon mal damit länger gefahren?

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Schmiermax
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Wer von Euch fährt ein Elektroauto oder ist schon mal damit länger gefahren?

Beitragvon Schmiermax » Do 11. Apr 2019, 13:56

Gibts hier im Forum Leute, die schon mindestens einmal ausgiebig ein Elektroauto gefahren sind, öfters damit fahren oder sogar eines haben?

Mir geht es nicht um Fundamentaldiskussion, so wie man sie hundertfach im Internet findet und jedesmal die fundamentalen E-Auto-Fans mit den noch viel fundamentaleren E-Auto-Feinden streiten und dabei immer dieselben Phrasen gedroschen und viele Märchen verbreitet werden.

Mir geht es auch weniger um Kosten / Nutzen auf 4 Stellen nach dem Komma.

Sondern mehr um den Spaß an der Freude. Ich finde es ist eine Mords-Gaudi. Besonders natürlich in einem starken E-Auto wie die Teslas es sind.

Es ist für mich äußerst faszinierend und ein Höllenspaß, wenn man z. B. in einem riesigen 6- bzw. 7-sitzigem Schlachtschiff wie dem Tesla Model X selbst in der schwächsten Version (X 75 D) den Poser-Bürscherln in ihren lautstarken 3er BMWs, Mercedes, Audis etc. ohne Anstrengung und Theater (Reifenquietschen, Geknatter und Geknalle) davonfahren kann.

Ebenso ist es faszinierend, dass man an vielen Ladestellen immer noch kostenlos Strom tanken kann und damit kostenlos (was den Kraftstoff betrifft) und emissionsarm herumfahren kann. Spazierenfahren ohne schlechtes Gewissen. Die kostenlosen Lademöglichkeiten werden zwar weniger, bei manchen Ladesäulenbetreibern wird man abgezockt, aber im Schnitt ist es immer noch billiger als Benzin oder Diesel.
Schöne Grüße,

der Schmiermax

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Vantage_V8
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Re: Wer von Euch fährt ein Elektroauto oder ist schon mal damit länger gefahren?

Beitragvon Vantage_V8 » Do 11. Apr 2019, 14:26

Hallo Max,
ja, längsdynamisch operieren die leistungsstarken, allradgetriebenen E-Autos an der Grenze der Physik. Besser geht es nicht. Die Beschleunigung ist klar besser als es mit einem Benziner oder Turbodiesel machbar ist.
Die aktuellen Sportler verzichten aus Gründen der Fahrdynamik auf Allrad und dann haben selbst leistungsstarke und superleichte Autos wie ein McLaren oder Ferrari in der reinen Beschleunigung das Nachsehen.

Emotional findet die "Old-School-Fraktion" natürlich den Sound und die Vibes eines Sportwagen noch wichtiger als die physikalische Beschleunigung.

Und bei der Querdynamik scheitern die Elektroautos mit den schweren Akkus im Bauch.

Wenn heute 1 Mio. neue E-Autos losfahren würden - dann würde in der Grenzbetrachtung der gesamte dafür geladene Strom zu 100% aus Kohleverstromung kommen. Denn die Regenerativen speisen dank Vorrangsregelung in der Regel schon zu 100% der Kapazität ein. Ökologisch wäre ein E-Auto also noch Jahre zu früh, denn es müssen dafür noch 4.000 Windkraftanlagen erbaut werden.
Weiter tragen die E-Autos in keiner Weise zum Erhalt / Ausbau des Verkehrsnetzes bei - wir Aston-Fahrer über die Kraftstoffsteuer aber schon.
Insofern sollten sich die E-Auto-Fahrer schämen, wenn sie neben den Subventionen auch noch kostenlos (Kohle-)Strom tanken!

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erasmus
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Re: Wer von Euch fährt ein Elektroauto oder ist schon mal damit länger gefahren?

Beitragvon erasmus » Do 11. Apr 2019, 18:58

Ich habe seit 3 Jahren als Drittauto (neben dem DB11 und AudiQ7) einen eGolf un bin damit sehr zufrieden, deckt er doch 80% meiner Kurzstrecken ab und ist im Stadtverkehr jedem andern PKW überlegen.
Von sinnbefreitem „Ampel-Beschleunigungsduellen“ von Teslas mit BMW 3ern und Konsorten halte ich absolut nix, da ich solch Auftreten höchst pubertär und proletoid finde.
Mein Aston Martin: DB11 Bj 2018. vorher: Vantage S SP10,

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tp147
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Re: Wer von Euch fährt ein Elektroauto oder ist schon mal damit länger gefahren?

Beitragvon tp147 » So 14. Apr 2019, 17:19

Moin,

ich selbst besitze kein E-Fahrzeug (Ausgenommen Pedelec), aber ein direkter Kollege ein Model S.
Mein lieber Scholli, wenn man da auf den Pinn tritt, bleibt einem der Atem weg, nahe Schleudertrauma ;)
Leider kann man das ja nicht allzu oft machen, da Tesla wegen der Akku Temperaturen die Leistung zurück dreht und die Reichweite drastisch zurückgeht.

Das mit dem kostenfreien Laden gilt aber nur für die ersten Teslakunden. die Käufergeneration ab 2016? muss sehr wohl den Ladestrom zahlen, und so richtig viel günstiger als Diesel (mit meinem Passat CC) ist das auch nicht.
Mein Kollege hat 380 km Heimweg und nutzt dafür beide Tesla Supercharger, die auf dem weg sind zum nachladen! Normalerweise jeweils nur 30 min um wieder auf 80% zu kommen, aber das gilt nur wenn er alleine an der Zapfe steht! Die ankommenden 300A sind geshared! Steht schon einer da dauert es doppelt so lange!

So geil der Vortrieb und der andere Schnickschnack an dem Auto auch ist, dass mit dem Laden würde mir die Freude verhageln.
Mein Kollege ist aber restlos begeistert und hat mittlerweile deutlich über 200.000 km gefahren.

Gruß
Thorsten
_________________________

V8 Vantage S
... nicht unbedingt klug, aber geil ;)



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Schmiermax
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Re: Wer von Euch fährt ein Elektroauto oder ist schon mal damit länger gefahren?

Beitragvon Schmiermax » Mi 17. Apr 2019, 18:34

Vantage_V8 hat geschrieben:
Emotional findet die "Old-School-Fraktion" natürlich den Sound und die Vibes eines Sportwagen noch wichtiger als die physikalische Beschleunigung.


Also ich war mir früher immer sicher, dass ich auch zu dieser Fraktion gehöre und habe das Geräusch eines Autos als zwingend für die Fahrfreude vorausgesetzt. Bis ich eben dann mit Elektroautos gefahren bin. Ich bin in gewisser Weise selbst erstaunt dass der 'Sound' offenbar mehr ein eingeredeter Faktor als ein tatsächlich relevantes Merkmal ist.

Einen schönen Klang finde ich nach wie vor schön, und einen sehr schönen Klang, z. B. von einem V8, schöner als Elektromotorsurren. Das Surren finde ich wiederum um ein Vielfaches schöner als das künstliche Knattern, Rülpsen und Knallen nach Schaltvorgängen z. B. bei BMW M4, Golf GTI mit DSG, Mercedes etc. etc. Aber gut, das ist ja auch kein Klang sondern nur Krach, und zwar ein besonders widerlicher. Gemacht für Proleten die damit Aufmerksamkeit erzeugen ("posen") wollen.

Und bei der Querdynamik scheitern die Elektroautos mit den schweren Akkus im Bauch.


Im Prinzip ja, aber man muss dabei immer Obst mit Obst vergleichen. Also ein Tesla Model S mit einem Mercedes S, Audi A8, BMW 7er, 5er Gran Turismo oder wie der heißt. Mit Sportwagen kann man allenfalls den Tesla Roadster vergleichen, und der war bzw. ist auf kurvigen Strecken durchaus schnell.

Wenn heute 1 Mio. neue E-Autos losfahren würden - dann würde in der Grenzbetrachtung der gesamte dafür geladene Strom zu 100% aus Kohleverstromung kommen. Denn die Regenerativen speisen dank Vorrangsregelung in der Regel schon zu 100% der Kapazität ein. Ökologisch wäre ein E-Auto also noch Jahre zu früh, denn es müssen dafür noch 4.000 Windkraftanlagen erbaut werden.
Weiter tragen die E-Autos in keiner Weise zum Erhalt / Ausbau des Verkehrsnetzes bei - wir Aston-Fahrer über die Kraftstoffsteuer aber schon.
Insofern sollten sich die E-Auto-Fahrer schämen, wenn sie neben den Subventionen auch noch kostenlos (Kohle-)Strom tanken!


Damit wären wir, auch wenn es z. T. Satire ist, bei der Fundamentaldiskussion die ich eigentlich vermeiden wollte.

Betreffend dem Argument des Stroms aus Kohlekraftwerken soll dies immer noch weniger Schadstoffe verursachen als die dezentrale Verbrennung von Erdölprodukten in den Autos. Grund sind die im Großen recht effektiven Anlagen zur Abgasreinigung sowie dass man bei Erdölprodukten dann auch wie bei der Kohle die Gesamtbelastung berücksichtigen muss. Von der Förderung bzw. dem Abbau bis zur Tankfüllung bzw. Akkuladung.

Aber das ist mir alles relativ wurscht. Ich habe noch nie beim Kauf eines Autos überlegt was wäre, wenn sich Millionen andere so ein Auto kaufen.

Die Möglichkeiten zum kostenlosen Laden sind übrigens stark reduziert worden. Tank & Rast verlangt inzwischen Geld für ihre - z. T. mit ChaDeMO sehr starken - Ladesäulen. Tesla hat die unbegrenzte Superchargernutzung nach Ankündigung ab einem bestimmtem Kaufdatum eingeschränkt, für das Model 3 ist sie von Haus aus eingeschränkt.
Schöne Grüße,

der Schmiermax

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Re: Wer von Euch fährt ein Elektroauto oder ist schon mal damit länger gefahren?

Beitragvon Schmiermax » Do 18. Apr 2019, 14:47

erasmus hat geschrieben:Ich habe seit 3 Jahren als Drittauto (neben dem DB11 und AudiQ7) einen eGolf un bin damit sehr zufrieden, deckt er doch 80% meiner Kurzstrecken ab und ist im Stadtverkehr jedem andern PKW überlegen.


Beim eGolf fasziniert mich, wie leise der ist. Viel leiser wie Tesla S und X.

Von sinnbefreitem „Ampel-Beschleunigungsduellen“ von Teslas mit BMW 3ern und Konsorten halte ich absolut nix, da ich solch Auftreten höchst pubertär und proletoid finde.


Haha, "proletoid" ist ein wunderbares Wort. Besonders wunderbar stelle ich es mir vor, wenn es auf wienerisch vorgetragen wird.

Selbst habe ich mit „Ampel-Beschleunigungsduellen“ nichts am Hut. Konkret ging es mir um ein Erlebnis mit Poser-Bürscherln, die in ihren lautstarken 3er BMWs, Mercedes, Audis etc. ihre Show abziehen, Anwohner und Passanten belästigen, 2 davon am Ortsausgang ihre Spielchen machten. Und diesen kann man mit einem Tesla geräuscharm, ohne Reifenquietschen, Geknatter und Geknalle auf und davonfahren. Mit einem eGolf geht das nicht so leicht, vor allem nicht vom Stand weg weil da schnell die Vorderreifen scharren.
Schöne Grüße,

der Schmiermax

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Re: Wer von Euch fährt ein Elektroauto oder ist schon mal damit länger gefahren?

Beitragvon Schmiermax » So 21. Apr 2019, 15:50

tp147 hat geschrieben:Moin,

ich selbst besitze kein E-Fahrzeug (Ausgenommen Pedelec), aber ein direkter Kollege ein Model S.
Mein lieber Scholli, wenn man da auf den Pinn tritt, bleibt einem der Atem weg, nahe Schleudertrauma ;)
Leider kann man das ja nicht allzu oft machen, da Tesla wegen der Akku Temperaturen die Leistung zurück dreht und die Reichweite drastisch zurückgeht.


Es sind interessanterweise gar nicht die Akkutemperaturen (obwohl das von vielen Seiten gesagt wird) sondern die Elektromotoren, die zu warm werden und die Drosselung der Leistung erforderlich machen. Im Model 3 sind von Anfang an Elektromotoren anderer Bauart drin, die nennen sich "Permanent-Reluktanzmotoren", im Model S und X werden diese in Kürze eingeführt und ersetzen die "AC-Induktionsmotoren". Damit sollen die Kisten dann z. B. auch eine Vollgasfahrt auf der Nordschleife absolvieren können, ohne dass das System die Leistung drosselt.

Das mit dem kostenfreien Laden gilt aber nur für die ersten Teslakunden. die Käufergeneration ab 2016? muss sehr wohl den Ladestrom zahlen, und so richtig viel günstiger als Diesel (mit meinem Passat CC) ist das auch nicht.


Ja, ab Mai 2017 oder so gab es bei Neubestellung die "Free-Supercharger" Nutzung nicht mehr. Man bekam danach nur ein 400 kwh Kontingent und inzwischen nur noch Freiladekontingente als Empfehlungsprämie.

Aber die von Tesla an den Superchargern berechneten Stromkosten sollen, was ich so höre, absolut fair sein. Hingegen wird man bei Ladesäulen von Drittanbietern zum Teil heftig abgezockt und muss ein Vielfaches des normalen Strompreises bezahlen. Das ist sehr ärgerlich. Ebenso das Geschieß mit unzähligen Ladeverbünden, Tarifoptionen etc. Ohne bei Verbünden registriert zu sein und entsprechende Karten zu haben, kann man nur an wenigen Stationen laden. Das ist ein großes Ärgernis und Hindernis und betrifft alle Elektroautos.

Mein Kollege hat 380 km Heimweg und nutzt dafür beide Tesla Supercharger, die auf dem weg sind zum nachladen! Normalerweise jeweils nur 30 min um wieder auf 80% zu kommen, aber das gilt nur wenn er alleine an der Zapfe steht! Die ankommenden 300A sind geshared! Steht schon einer da dauert es doppelt so lange!


Das ist glaube ich von Superchargerstation zu Superchargerstation verschieden und hängt vom Ladezustand der Autos ab. Mit steigendem Akkufüllstand seine Ladeleistung reduziert. Die zwei an einer Säule landenden Teslas müssen sich dabei immer die Maximalleistung irgendwie teilen.

Elon Musk hat die Nutzung der Supercharger eh anders gedacht. Er ging davon aus, dass in aller Regel der Teslafahrer zu Hause, am Firmenparkplatz oder einer innerörtlichen Ladestation anderer Anbieter lädt, und nur bei Fernreisen auf die Supercharger zurückgreift. Aber durch die Verlockung des schnellen kostenlosen Ladens fahren viele gezielt zu den Superchargern, selbst wenn sie dafür 50 km Anfahrt haben. Geiz ist geil.


So geil der Vortrieb und der andere Schnickschnack an dem Auto auch ist, dass mit dem Laden würde mir die Freude verhageln.
Mein Kollege ist aber restlos begeistert und hat mittlerweile deutlich über 200.000 km gefahren.


Die Lademöglichkeiten werden nach und nach mehr und besser.

Die Tesla-Fahrer, die ich kenne, sind eigentlich alle begeistert. Und einige davon sind zu Fanatikern geworden. Und davon wiederum einige sind schwierig geworden. So ähnlich wie manche Veganer, wenn Ihr wisst was ich meine...

Letztens habe ich einen getroffen, der sich "einfach so" mal einen gebrauchten Tesla als Drittauto gekauft hat, um ab und zu herumzufahren. Nach kurzer Zeit ist er nur noch mit dem Tesla gefahren, ist ständig auf Achse und hat nach einem knappen Jahr 80.000 km draufgefahren. Es hat schon eine spezielle Anziehungskraft, das elektrische Fahren.
Schöne Grüße,

der Schmiermax


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